15 Jahre TQMi Jubiläumsanlass

von Thomann

Über 80 Geschäftsführer aus der IT-Branche feierten in Opfikon-Zürich das 15-Jährige TQMi-Jubiläum.

TQMi® (Total Quality Management in Informatikunternehmen) steht für ein erfolgreiches Konzept zur Gestaltung und Einführung eines prozessorientierten Führungs- und Managementsystems.  Mit TQMi lässt sich die Basis für eine effiziente und nachhaltige Organisation schaffen und zertifizieren.

Vor 15 Jahren, am 3. November, fand der erste Tag des ersten TQMi-Lehrgangs statt. In der Begrüssungsansprache zum Jubiläumsanlass erläuterte Julius Thomann die wichtigsten Fakts.

Was als ‚Hilfe zu Selbsthilfe‘ vom BBT initiiert wurde, hat sich in der Zwischenzeit zum quasi Standard für die Etablierung eines Führungssystems in IT-KMU entwickelt. In den letzten Jahren haben über 120 IT-Firmen ihr (Qualitäts-) Managementsystem nach dem TQMi-Konzept eingeführt.

Im Zentrum des Jubiläumsanlasses stand aber der Ausblick sich für zukünftige Herausforderungen zu wappnen.Mit drei Referaten zum Thema „Zukunft der Arbeit und Führung“ erhielten die Teilnehmenden wertvolle Impulse zur Weiterentwicklung ihrer IT Unternehmen.

Welchen Einfluss haben zukünftige Norm-Entwicklungen auf die IT-KMU’s?
Herr Heinrich A. Bieler, Leiter Unternehmensmanagement bei swissTS, zeigte auf welche Standards für die IT in Zukunft wichtig sind. Normen und Standards sind nicht Selbstzweck. Sie definieren vielmehr den Rahmen, welcher für die beteiligten Parteien als die geschäftliche Basis für das gegenseitige Vertrauen und den gemeinsamen Austausch dient. Für die IT-Branche lassen sich folgende markante Trends erkennen. Auf der Basis der ganzheitlichen ISO9001:2015 gewinnen die Zusatzforderungen wie Informationssicherheit nach ISO27001, das Servicemanagement nach ISO20000 (ITSM, ITIL) und die ISO27017 for cloud services zunehmend an Bedeutung. Zur Abwicklung von Projekten im Bundesumfeld ist die Methode Hermes 5 Pflicht!  

Was erwartet die Generation Y von ihrem Arbeitgeber? Welche Einflüsse haben neue Arbeitsformen auf das Arbeiten und Führen in Zukunft? Frau Manuela Eigenmann, Inhaberin HRME GmbH, berichtete aus ihren Erfahrungen und ihrer Studienarbeit mit der Generation Y.

Sind die "Generation Y und Z nur Hypes?", wie Marcel Schütz, Organisationsforscher an der Universität Oldenburg, Generationskonzepte als sehr kritisch betrachtet! Ganz grundsätzlich bringen die heutigen Veränderungen in den Rahmenbedingungen mehr Wahlmöglichkeiten für Arbeitnehmende, aber auch für Unternehmen. Diese neuen Wahlmöglichkeiten, am Beispiel des Arbeitens, beinhalten neue Freiheiten «any time – any place», mit denen man aber auch lernen muss umzugehen! Das Warum erhält ein grösseres Gewicht als das heute vorherrschende Was und Wie.

Die Generation Y ist sehr wohl Leistungsbereit, wenn sie aus einer inneren Überzeugung etwas Sinnvolles tun kann. Sie ist fordernd, möchte schnell und sofort kommunizieren und erwartet dies auch von anderen. Potential einen besseren Job zu machen, sieht Frau Eigenmann bei der Personalgewinnung. Eine klare Rekrutierungsstrategie, die Positionierung der Arbeitgebermarke und bessere Vorstellungsgespräche wo Klarheit, Offenheit, Wertschätzung und Ehrlichkeit gelebt werden sind für die jungen Leute entscheidend. Sind die Neuen mal im Boot ist eine offene Fehler-und Feedback-Kultur für ein längeres Engagement entscheidend.

Die Generation Y ist mit den IT-Medien gross geworden, sie schätzt aber den „Face to Face“ Kontakt, die Zusammenarbeit und den Austausch in „Think Tanks“. Hierarchie-Denken und lange Dienstwege sind hingegen richtige Flops!

Wie werden wir in Zukunft unsere Unternehmen führen? Wie sehen Führungs- und Managementsystem der Zukunft aus?
Herr Dr.-Ing. Carsten Behrens zeigte, wie durch eine innovative Verknüpfung von prozessorientiertem Qualitäts- und Wissensmanagement die Akzeptanz eines Managementsystems erhöht werden kann.

Herrn Behrens ist es sehr gut gelungen die beiden vorgängigen Themen in seinem Referat aufzunehmen und Lösungsansätze zu skizzieren. Führungs- und Managementsysteme sind schlussendlich das Regelwerk für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, intern und extern. Social QM – ein lebendiges Qualitätsmanagementsystem durch Partizipation zu einem interaktiven Managementsystem zu machen, so lautet das Credo.

Heutige Systeme sind zu starr, weisen eine hohe Zeitdifferenz zwischen Beschluss und Dokumentation auf, und hinken somit den notwendigen Veränderungen oft hinterher. Fazit; ein Grossteil der organisatorischen Impulse wird ausserhalb des Systems kommuniziert und die Akzeptanz und Nutzung bei den Mitarbeitenden ist nahe bei Null. 

Mit der Wiki-Technologie lassen sich flexible, dynamische und trotzdem stabile Lösungen entwickeln in welcher alle organisatorischen Erfahrungen genutzt werden. Interaktive Managementsysteme verknüpfen Wissen- und Qualitätsmanagement mit Social Business. Social Media Werkzeuge minimieren den Aufwand schriftlicher Kommunikation und erfolgen dezentral in Echtzeit, d.h. die Differenz zwischen Beschluss- und Dokumentationszeitpunkt ist = Synchronität/Echtzeit (ΔT=0). Damit lassen sich die akzeptiertesten Managementsysteme der Welt schaffen!

Im Anschluss an die Referate wurde beim Apéro eifrig diskutiert. Der Erfahrungsaustausch bildet auch im TQMi Lehrgang eine entscheidende Komponente

Die TQMi-Lehrgänge finden je nach Bedarf jährlich oder halbjährlich statt. Infos unter www.tqmi.ch

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